Kategorie: Stephansdom

  • Vor der Hl. Messe

    Heute war es wirklich sehr warm in Wien – 37 Grad am Stephansplatz. Die Menschen glauben, dass mir noch wärmer ist, weil ich so ein weiches Fell habe. Stimmt nicht ganz, weil die Zwischenhaare verliere ich immer im Frühling und deswegen kann die Luft durch.. Meine Freunde mit den ganz kurzen Haaren, die tun mir immer leid. Weil die spüren die Hitze ganz direkt auf ihrem Körper.

    Aber heute – das muss ich Euch erzählen – heute habe ich etwas ganz Tolles erlebt. Harry durfte wieder einem lieben Priester helfen. Und Frauchen kommt ja erst am Sonntag. Und bei der Hitze lässt mich Harry nicht gerne alleine zuhause. Also durfte ich ausnahmsweise mitgehen. Und dann war ich in der Sakristei. Das war schön. Es riecht dort so gut und der Boden ist aus kühlem Stein. Und dann hat mich einer von diesen ganz lieben Herren begrüßt, die mit den goldenen Schalen und den Büchern beschäftigt sind. Er hat für mich eine Plastikschüssel geholt – fast wie meine zuhause nur größer. Und dann habe ich viel Wasser bekommen. Oh das war gut und fein.

    Und dann haben wir kurz Danke zum lieben Gott gesagt, die freundlichen Männer haben noch ganz lieb mit mir gesprochen und mich gestreichelt und dann habe ich mich in der Ecke auf den kühlen Steinboden gelegt und ganz fein geschlafen. Und als ich aufgewacht bin, war Harry schon wieder da. Das war schön!

    Das Foto wurden unter Verwendung eines Originals von Ionuţ Androsca leicht angepasst.

  • Begründete Zuversicht

    Predigt von Domkustos DDr. Michael Landau am 4. Sonntag der Osterzeit zum Hochamt im Stephansdom

  • Liebesgeschichte mit Gott

    Am Donnerstag habe ich mit Yuliya in der Albertina ein sehr sympathisches Ehepaar aus Deutschland kennengelernt. Sie kommt aus Bayern und hat einige Semester Kunstgeschichte studiert. Er kommt aus dem Norden und ist Physiker.

    Die beiden beklagten, dass sie noch nie in einem „richtigen“ Wiener Kaffeehaus waren, weil vor den bekannten immer Warteschlangen sind. Bald kamen wir auf die Frage: „Gibt es für Sie Gott?“

    Gestern waren wir dann gemeinsam im Stephansdom. Ich habe den beiden meine Lieblingskirche als das gezeigt, was sie für mich ist – eine Liebesgeschichte mit Gott.

    Sie haben mich anschließend im Diglas in der Wollzeile auf einen Melange eingeladen. Dann bekam ich auf WhatsApp eine Nachricht, die mich sehr freut.

    Lieber Harald,

    vielen Dank für die Fotos und Deine persönlichen Worte.

    Dieser Wienbesuch wurde zu etwas ganz Besonderen und Einmaligem. Welch glückliche Fügung, Dich zu treffen und Deine warmherzige, großzügige Freundschaft teilen zu können!

    Wir hoffen, in Kontakt zu bleiben und Euch wieder zu treffen.

    Herzlichst,

    Elisabeth und Wolfgang

  • Est Europa nunc unita

    Ein ökumenischer Abend für den Frieden in Europa im Wiener Stephansdom

    Der Stephansdom war gut besucht an diesem Freitagabend, dem 9. Mai 2025 um 18:00 Uhr – genau 75 Jahre nachdem Robert Schuman seine berühmte Rede hielt, die in weiterer Folge zur Gründung der Europäischen Union führte. Während die reguläre Heilige Messe in der Unterkirche gefeiert wurde, versammelten sich in der Oberkirche mehr als tausend Menschen zu einem besonderen ökumenischen Gottesdienst anlässlich 75 Jahre Schuman-Erklärung – einem Meilenstein europäischer Friedensgeschichte.

    Vor einem Jahr wurden Peter Roland und Harald Preyer von der Kandidatin zum Europa Parlament Valeria Foglar-Deinhardstein zu einer Kundgebung rundum die Europa-Wahl 2024 am Stephansplatz eingeladen. Damals entstand die Idee für diesen Ökumenischen Europa Gottesdienst. Martin Essl hat dann den Longfieldchor unter Georg Weilguny dafür begeistert und die Feier ermöglicht.

    Dompfarrer Toni Faber als Gastgeber und Superintendent Matthias Geist gestalteten gemeinsam einen liturgischen Rahmen, der sowohl der Würde des Ortes als auch der Aktualität des Anliegens gerecht wurde. Beide Priester begrüßten gemeinsam, sprachen die Fürbitten abwechselnd und spendeten gemeinsam den aaronitischen Segen. Gelebte Ökumene in der Liturgie.

    Peter Roland, selbst Zeitzeuge (und Autor der lateinischen Hymne im Jahr 2003 gemeinsam mit Peter Diem), schilderte bewegend seine Erinnerungen an die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs. „Die Europäische Union ist das größte Friedensprojekt aller Zeiten – und nur möglich, weil sie auf christlichen Prinzipien gründet“, sagte er sinngemäß.

    Generalsekretär Nikolaus Marschik vom Außenministerium in Vertretung von Frau Bundesministerin Beate Meinl-Reisinger (Ehrenschutz) hob die heutige Bedeutung Europas als Friedensgarant hervor – in einer Zeit, in der diese Werte keineswegs selbstverständlich sind. Auch etliche Mitglieder des diplomatischen Corps haben den Gottesdienst genossen.

    Harald Preyer trug ein Friedensgedicht vor, das auf dem Europagebet von Kardinal Carlo Maria Martini basiert – eine Brücke zwischen Spiritualität und politischer Vision.

    Der LONGFIELD GOSPEL Chor mit über 200 Sängerinnen unter der Leitung von Georg Weilguny verlieh dem Abend seine emotionale Kraft. Schon während der Gospel-Messe erfüllten Dynamik, Bewegung, Freude, Lachen und feierliche Ernsthaftigkeit das volle Kirchenschiff. Als die lateinische Europahymne erklang – erst vom Chor gesungen, dann von allen gemeinsam stehend und mit Inbrunst wiederholt – war der Dom erfüllt von einem vielstimmigen Bekenntnis: „Est Europa nunc unita – et unita maneat!“

    Ein Handyvideo von Johannes Maria Lex fängt den Beginn dieses berührenden Moments ein – ein herzliches Lachen und der Klang von über tausend Stimmen für unsere größere Heimat: EUROPA.

    Est Europa nunc unita – der lateinische Text der Europahymne.

    Begleitheft zum Ökumenischen Europa Gottesdienst.

    Herzlichen Dank den vielen lieben Menschen, die diesen Abend und den Gottesdienst möglich gemacht haben!

    Die Fotos in diesem Beitrag kommen von David Friesacher und Robert Hailwax. Vielen herzlichen Dank dafür.

  • Zunftmessen im Stephansdom

    19.3.2025 Es ist seit der Jahrtausendwende eine lieb gewordenen Tradition, das alte Brauchtum der Zünfte – heute Innungen – zu feiern. In Messen zu Ehren der Innungsheiligen meist mittags um 12:00 Uhr ziehen die Handwerker mit ihren Innungsmeistern, Familien und Mitarbeitern in den Dom ein. Die kunstvoll gestalteten Innungsfahnen schmücken den Kirchenraum und ich bewundere jedes Mal mit welcher Innbrunst und Ehrfurcht hier alte Handwerks-Traditionen an die heutige Zeit angepasst hochgehalten werden.

    Dompfarrer Toni Faber geht herzlich und liebevoll auf den jeweiligen Zunftheiligen ein – bei den Tischlern und Zimmerleuten ist es der irdische Vater Jesu Christi – der Heilige Joseph. Heuer wurde auch die neu renovierte Zunft-Fahne gesegnet und der junge Fahnenträger in die altehrwürdige Runde herzlich aufgenommen.

    Fotos: Florian Gregor Wieser

    Der Stephansdom war an diesem Mittwoch-Mittag gut besucht und die meisten Gläubigen kamen auch zur Kommunion. Mich hat diese Hl. Messe an die feierlichen Gottesdienste in der Landschaftlichen Pfarre Mariahilf in meiner Jugend erinnert. Wunderschön, innbrünstig, feierlich. Deo gratias!

  • Rund um den Stephansdom

    Rudolf IV., genannt „der Stifter“, erklärte das Riesentor des Stephansdoms (3) zum Mittelpunkt Wiens während seiner Herrschaft im 14. Jahrhundert.

    Und noch heute ist der Stephansdom und seine umliegenden Gebäude am Stephansplatz beliebter Treffpunkt für besondere Begegnungen.

    Die Mensa / Cafeteria (9) ist erreichbar über die Stiege 1 des Hauses Stephansplatz 6.

    Eingang links vom Dom Museum, dort links in das erste Stiegenhaus, mit dem Lift oder sportlich zu Fuß in den 6. Stock. Nach dem Aussteigen links den Gang entlang bis zum Ende.

  • Brief einer sterbenden jungen Frau an ihre Mutter

    Warum hast du mich nicht bekannt gemacht mit dem Klang seines Schrittes?

    Ich erinnere mich noch genau der Sommernacht, in welcher mich mein Vater in den Garten führte, um mir die Milchstraße und einige Sternbilder zu zeigen. (Er sagte:) „Alle diese Sterne hat Gott geschaffen, sie sind Werke Gottes wie die Sonne, der Mond und die Erde mit allem, was du siehst.“ 

    Auf diese Weise trat Gott erstmals in mein Kinderleben auf eine meinem Verstand zugängliche Art. Mein Vater hatte mir den allmächtigen Schöpfer-Gott gezeigt, den unendlich großen Geist, der die Kraft und die Macht hat, aus dem Nichts ein Weltall hervorzubringen. Der Einbruch dieser Erkenntnis Gottes in mein Leben machte auf mich einen gewaltigen Eindruck. Nach dieser Sommernacht ging ich tagelang wie benommen durch meine kleine Kinderwelt, die mir nun so groß erschien, und ich schaute alles an mit dem Gedanken: „Gott hat all das erdacht, Gott hat all das erschaffen.“ Welch neue Freude! All das war für mich aus den Händen Gottes entsprungen.

    Eine Frau beschreibt im Rückblick auf die Zeit, als sie vier oder fünf Jahre alt war, so ihr elementares religiöses Erlebnis: „Liebe Mutter! Seit einigen Tagen kann ich nur noch eine halbe Stunde täglich im Bett sitzen, sonst liege ich fest. Das Herz will nicht mehr. Heute früh sagte der Professor etwas – es klang so nach ‚gefasst sein‘. Worauf? Es ist sicher schwer, jung zu sterben! Gefasst muß ich darauf sein, dass ich am Wochenanfang ein Gewesener bin – und ich bin nicht gefasst. Die Schmerzen wühlen fast unerträglich; aber wirklich unerträglich dünkt es mich, dass ich nicht gefasst bin. Das Schlimmste ist, wenn ich zum Himmel aufblicke, ist er finster. Es wird Nacht, aber kein Stern glänzt über mir, auf den ich im Versinken blicken könnte. Mutter, ich war nie gottesfürchtig; aber ich fühle jetzt, dass da noch etwas ist, das wir nicht kennen, etwas Geheimnisvolles, eine Macht, der wir in die Hände fallen, der wir antworten müssen auf alle Fragen. Und das ist meine Qual, dass ich nicht weiß, wer das ist.

    Wenn ich ihn kennen würde! Mutter, weißt Du noch, wie Du mit uns Kindern durch den Wald gingst bei einbrechender Dunkelheit, dem Vater entgegen, der von der Arbeit kam? Wir liefen Dir manchmal davon und sahen uns plötzlich allein. Schritte kamen durch die Finsternis – welche Angst vor den fremden Schritten! Welche Freude, wenn wir den Schritt erkannten als den Deinen, den der Mutter, die uns liebte. Und nun höre ich wieder in Einsamkeit Schritte, die ich nicht kenne. Warum kenne ich sie nicht?

    Du hast mir gesagt, wie ich mich kleiden muß und wie ich mich im Leben verhalten muß, wie man isst, wie man so durchs Leben kommt. Du hast für mich gesorgt, Du wurdest nicht müde über allem Sorgen. Ich erinnere mich auch, dass Du am Heiligabend mit Deinen Kindern in die Christmette gingst; auch an ein Abendgebet erinnere ich mich, das Du mir einige Male vorgesagt hast. Immer hast Du uns zur Ehrlichkeit angehalten. Aber das alles zerfällt mir jetzt wie mürber Zunder.

    Warum hast Du uns von so vielem gesagt und nicht – von Jesus Christus? Warum hast Du mich nicht bekannt gemacht mit dem Klang seines Schrittes, dass ich merken könnte, ob er zu mir kommt in dieser letzten Nacht und Todeseinsamkeit? Dass ich wüsste, ob der, der da auf mich wartet, ein Vater ist! Wie anders könnte ich sterben!“

    A. Kappler, Brief eines todkranken jungen Mädchens an ihre Mutter. Nach dem Tode des jungen Mädchens von einer Krankenschwester gefunden. Mit Erlaubnis der Mutter weitergegeben. (Manuskript)

    Danke an Domkurat Stefan Jagoschütz für das auszugsweise Zitieren dieses Briefes in seiner Predigt am 27.10.2024 im Stephansdom und für das Weitersenden des Manuskripts.

  • Die Dienstbotenmuttergottes

    Die Dienstbotenmuttergottes: Das bezaubernde Lächeln in ihrem Gesicht bezeugt, warum sie als „Schöne Madonna“ bezeichnet wird. Sie ist die älteste Marienfigur des Domes, entstanden um 1300.

    Die älteste Marienfigur im Dom ist gleichzeitig eine der bekanntesten und wohl die bedeutendste: die legendenumwobene Dienstbotenmuttergottes. Die Legende weiß zu berichten, dass einer reichen Gräfin ihr Ring abhanden gekommen sei. Daraufhin beschuldigte sie ihre Dienstmagd des Diebstahls. Das unschuldige Mädchen nahm zu dieser Marienstatue in der gräflichen Privatkapelle im Gebet Zuflucht, worauf sich bald der Ring im Handschuh der Gräfin wiederfand und die Magd rehabilitiert war. Die Gräfin soll daraufhin die Figur der Stephanskirche geschenkt haben.

    Der Name erklärt sich aber wohl eher von daher, dass sich die um 1300 entstandene Statue ursprünglich als Andachtsbild am ehemaligen Marienaltar im Frauenchor befand, wo in alter Zeit die Frühmesse, die vor allem die Dienstboten besuchten, gefeiert wurde. Von diesem und vielen anderen Legenden umwoben, erklärt sich der Name – darin besteht wohl der wahre Kern der Legende.

    Die Madonnenfigur, die ursprünglich auch auf der Rückseite ausgearbeitet war, ist durch den Schleier quasi mit dem lebhaft wirkenden Jesusknaben verbunden, in ihrer höfischen Eleganz ähnlich den Trumeau-Madonnen der französischen Kathedralgotik. Der unbekannte Künstler stammte wohl aus Frankreich oder dem Rheinland. Sie gilt als eine der schönsten Marienfiguren und zählt zu den bedeutendsten Skulpturen ihrer Zeit. Der gespannte Schleier, der auch das Jesuskind umhüllt, ist keine Eigenart dieses Kunstwerks (ähnliche Figuren gibt es in der Wiener Minoritenkirche und in der Niedermünsterkirche in Regensburg), sondern Symbol sowohl für die Menschwerdung (Windel) als auch für den Tod (Grabtuch) Jesu.

    Der elegante Körperschwung wird durch breite Schlüsselfalten und kurvige Röhrenfalten betont. Die Statue besteht aus Margareten Sandstein und ist dem Typus der „Schönen Madonna“ zuzurechnen – wer einmal bewusst in das lieblich lächelnde Gesicht der Gottesmutter geblickt hat, weiß, warum sie so genannt wird und dass sie diese Bezeichnung wirklich verdient. Ursprünglich trug sie noch eine Krone oder einen Kronreif, in der barock ergänzten rechten Hand ein Szepter. Als Stifter wird in der jüngeren Forschung Herzog Albrecht I. angenommen. Da der Herzog in der Zeit des Chorbaus 1308 starb, lässt sich die Datierung mit seinem Todesjahr eingrenzen, sie stand demnach schon in der romanischen Stephanskirche, ist älter als Chor und Langhaus und muss wohl bei den Besuchern damals einen sehr „modernen“ Eindruck hinterlassen haben.

    Seit Jahrhunderten brennen Kerzen vor ihr und der Rauch der vielen Talgkerzen hat sie im Laufe der Jahre dunkel gefärbt – so als hätten sich die vielen Gebete in die Figur der Gottesmutter eingebrannt. Wenn man sie restaurieren und die verborgenen Farbschichten freilegen würde, wäre das sicher ein ästhetischer Gewinn und von großem kunsthistorischem Interesse. Doch kann man die gleichsam „geheiligte“ Patina nicht einfach abnehmen, sie ist ein Zeichen der Frömmigkeit und der großen Verehrung.

    Die Dienstbotenmuttergottes gehört zu den am meisten verehrten Gnadenbildern von St. Stephan, frische Blumen und gespendete Kerzen zeugen davon. Täglich besuchen sie Betende, um ihr Anliegen und Bitten anzuvertrauen, um sie um Fürbitte anzurufen. Manche kommen jeden Tag „auf einen Sprung“ in den Dom, um ihr – wie einer guten Freundin, die zuhören kann – von ihren alltäglichen Anliegen und Freuden zu erzählen.

    Quelle: Reinhard H. Gruber, Der Wiener Stephansdom, Portrait eines Wahrzeichens, Tyrolia, 2024, Seite 126 und 127

  • Sterblich sein – ein Abend rund um den Stephansdom

    21.8.2024 Gemeinsam mit Antonia Heigl vom Dom Museum Wien organisierete ich für eine kleine Gruppe von Freunden und Bekannten eine dialogorientierte Führung durch die Ausstellung „Sterblich sein“.

    Vielen herzlichen Dank an Barbara Steininger-Wetzlmair, die uns gekonnt, geistreich inspirierend geführt hat. Chapeau!

    Anschließend konnten wir über den Dächern von Wien mit Blick auf den Stephansdom unsere Gedanken in einem kultivierten Kreisgespräch austauschen. Alle Teilnehmer:innen kamen zu Wort und haben offenherzig erzählt, was sie am meisten beeindruckt hat und welche Resonanz die Objekte verursacht haben.

    Dabei hat uns meine geschätzte Kollegin Elisa Eichinger auch erzählt, was Sie als Filialleiterin bei Bestattung Himmelblau in ihren Gesprächen mit Hinterbliebenen und auch mit Menschen, die im Hinblick auf ihren eigenen letzten Weg vorsorgen wollen, erlebt. 

    In dieser Broschüre findest Du im zweiten Teil die Checkliste mit allen Themen, die bei der Planung einer Bestattung zu klären sind. Die Beraterinnen in den Himmelblau Filialen stehen Dir gerne für ein kostenloses und unverbindliches Beratungsgespräch zur Verfügung. Elisa Eichinger, wien@bestattung-himmelblau.at, +43 1 361500011 hast Du ja schon kennengelernt.

    Sterblich sein Abend am Stephansplatz

    Die Ausstellung befasste sich mit dem unausweichlichen Bestandteil jeder Existenz: „Sterblich sein“ spürt mittels Gegenüberstellung von Kunstwerken, die einen kulturhistorischen Bogen vom Mittelalter bis zur Gegenwart spannen, der tiefen Bedeutung von Tod nicht nur im individuellen, sondern auch im kollektiven und gesellschaftspolitischen Kontext nach. Intime, persönliche Ansätze wurden genauso beleuchtet wie die öffentliche, politische Rolle des Sterbens und die Auseinandersetzung damit.

    In unserer Gruppe wurde als besonders beeindruckend mehrmals die Pieta von Sam Jinks erwähnt. Deshalb hier die Werkbeschreibung aus dem Katalog des Dom Museum Wien.

    Still Life (Pieta), 2007

    Sam Jinks (geboren 1973)
    Silikon, Farbpigmente, Menschenhaar
    Australian Private Collection

    Die Pietà, das Bildnis der trauernden Muttergottes mit dem toten Sohn auf dem Schoß, ist eines der berührendsten Motive der christlichen Kunst. Der australische Künstler Sam Jinks lehnt sich mit Titel und Bildaufbau seiner hyperrealistischen Skulptur an Michelangelos um das Jahr 1500 entstandene Marmorskulptur an: Diese zeigt zwei idealschöne, junge Körper, deren Schmerz und Trauer völligem Frieden gewichen sind – der, wie der zum Himmel erhobene linke Zeigefinger der Madonna andeutet, auf absolutem Gottvertrauen basiert. In Sam Jinks’ Arbeit ist die haltende Figur allerdings ein Mann mittleren Alters, der einen alten, möglicherweise toten Menschen im Arm wiegt. Anders als im kunsthistorischen Vorbild stellen die beiden keine Verbindung nach außen her, ihre Augen sind geschlossen. Ein Gefühl schmerzhafter Innerlichkeit durchdringt die gesamte Skulptur.

    Der Rückgriff auf christliche Motive findet sich in Sam Jinks’ Werk
    ebenso wie eine leichte Verfremdung der Figuren. Die Lebensnähe von Form, Materialität und Farbe kontrastiert dabei mit verscho­benen  Größenverhältnissen. Anders als das historische Original zeigt Jinks’ Figurengruppe allerdings eine Umkehr der Personen: Hier scheint das erwachsene Kind einen sterbenden oder toten Elternteil zu stützen. Gleichzeitig sind beide Bildnisse als Selbstporträts des Künstlers in verschiedenen Lebensaltern lesbar. Damit erweitert Sam Jinks das Bild der Trauer über einen geliebten Verstorbenen zu einer intimen Auseinandersetzung mit der eigenen Vergänglichkeit.

  • Ostern 2024

    Ich habe versucht, zu reflektieren, warum Ostern 2024 für mich eines meiner bisher schönsten Osterfeste war. Ich weiß es nicht sicher. Ich habe nur einige Vermutungen dazu:

    Einen Monat vorher sind wir aus einer nicht mehr leistbaren Wohnung in Hietzing in die Eigentumswohnung meiner Kinder in Simmering übersiedelt. Wir sparen uns also viel Miete und unser Leben ist jetzt leistbar. Für die Übersiedelung haben uns zahlreiche wirklich gute Freunde mit ihren guten Wünschen, mit Sach- und Geldspenden, mit ihren Gebeten unterstützt. Wir waren nicht zu stolz, um Hilfe zu bitten und uns wurde im Übermaß geholfen. Gottes Liebe wurde spürbar und greifbar.

    Die Pfarre Ober St. Veith war 15 Minuten entfernt und die Herzen der Menschen waren schwer erreichbar. Die Pfarre St. Benedikt liegt auf der anderen Straßenseite und etliche Pfarrmitglieder waren bereits bei uns zum Cafétrinken und Kennenlernen.

    Nach den völlig unterschiedlichen Liturgien, die ich hier in St. Benedikt und im Stephansdom aus nächster Nähe mitfeiern durfte, war die verbindende Klammer jeden Tag die Homilie meines Freundes, P. Johannes Paul Abrahamowicz, Priestermönch in St. Göttweig. Ich bin froh und dankbar, dass ich mit so großartigen Priestern im Freundeskreis reicht beschenkt bin.

    Ostern 2024 war für mich das erste Ostern, bei dem ich abwechselnd in meiner neuen Heimatpfarre St. Benedikt am Leberberg in Simmering und im Stephansdom als Ministrant dienen durfte. Natürlich bin ich in diesem Dienst hier wie dort leicht ersetzbar. Erstmals in meinem Leben sehe ich diese Ersetzbarkeit aber nicht als Bedrohung sondern als Freude. Sie zeigt, dass es viele Brüder und Schwestern gibt, die meine Haltung teilen. Mir fällt auf, dass ich mit Freude davon spreche „Ministrant“ zu sein. Bisher sagte ich immer, ich sei Lektor, Kommunionhelfer und Akolyth. „Ministrieren“ war für mich ein Dienst für Kinder…. „Lasst die Kinder zu mir kommen…“

    Seit einer Woche lebt unser vier Monate alter Chow Chow Teddy mit uns. Er ist eine echte Bereicherung. Ich bin mit Hunden aufgewachsen. Ich habe aber nie einen Hund erlebt, der vom ersten Moment an, so unkompliziert, vertraut, liebevoll, herzlich und ruhig war. Yuliya und ich teilen uns erstmals die Verantwortung für ein Lebewesen. Das ist eine wunderschöne Bereicherung und Freude für uns.

    In Hietzing gibt es große Flächen, die innerhalb von privaten Arealen liegen und daher nur für die Eigentümer zugänglich sind. In Simmering gibt es kleine Flächen, die einzelnen Familien gehören, dafür viel Platz für alle Menschen, die hier leben. In Hietzing hatten wir zwei U-Bahnstationen entfernt den Lainzer Tiergarten. Hier haben wir vor der Haustüre einige kleine Parks mit lieben Menschen, die wir sehr schnell besser kennen- und schätzen gelernt haben.

    Wir sind gesegnet mit Menschen, die uns mögen. In Hietzing habe ich in zehn Jahren nicht mehr als fünf Nachbarn so weit kennengelernt, dass ich wusste, wie sie mit Vor- und Nachnamen heissen. Hier in St. Benedikt kenne ich nach vier Wochen von mehr als zehn Nachbarn ihre Lebensgeschichte.

     

    Ich hoffe, dass die drei Homilien von P. Johannes Paul hier gut hörbar sind. Ich bin mit dem Einbetten von Audio Files in WordPress noch nicht so fit. Die Originaldateien sind jedenfalls perfekt hörbar.

     

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