Gebet und Segen

In Tirol, meiner Heimat, ist es bis heute üblich am Tag der „Darstellung des Herrn im Tempel“ – früher Maria Lichtmess – die Christbäume wegzuräumen, die weihnachtliche Gartenbeleuchtung wieder zu verstauen. So habe auch ich gerade nach der Heiligen Messe den elektrischen Weihnachtsstern vom Großstadtbalkon in den Keller getragen und dabei überlegt:

Was spricht dagegen, meinen Freunden und Followern hier, ein altes Gebet, das mich seit meiner Studentenzeit jeden Abend begleitet und den Segen des Heiligen Blasius zu wünschen?
Kann es falsch sein, dass echte Leader ihre Mitarbeiter und Kollegen segnen?
Das muss ja nicht mit Worten und Gesten geschehen. Das kann ja auch im Stillen geschehen. Jemanden segnen, das bedeutet ganz schlicht: „Gutes wünschen. Bitten, dass das Werk gelingt…“

Vor mir in der Messe saßen heute links eine iranische junge Frau, die den Text des Evangelium in Englisch ausgedruckt hatte und rechts ein junger Mann aus Afghanistan, der aus dem Gotteslob die Texte der Messe in Deutsch mitgebetet hat.

Was geschah heute vor rund 2000 Jahren?
Der Tempel in Jerusalem 40 Tage nach der Geburt Christi. Maria und Josef bringen Jesus in den Tempel, um ihn dem Herrn zu weihen. Heute würden wir sagen, um Gott für dieses Geschenk einer glücklichen Geburt zu danken. Sie treffen einen Greis, der nur darauf gewartet hat, genau dieses Kind noch mit seinen eigenen Augen zu sehen, bevor er stirbt. Und der greise Simeon sagt:

„Nun lässt Du, Herr, Deinen Knecht, wie Du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn  meine Augen haben das Heil gesehen, das Du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für Dein Volk Israel.“

Und so entstand das Abendgebet der Kirche – vor vielen Jahrhunderten und ich liebe es sehr, jeden Abend zu spüren, dass einige hundert Millionen Menschen diesen Text in ihrer Zeitzone ungefähr zur gleichen Zeit beten wie ich und dann ruhig und geborgen einschlafen – egal, welche Sorgen sie plagen oder welche Nöte. Sie fürchten sich vor nichts und niemandem.

Und am Ende der Heiligen Messe wird dann traditionell der Blasius Segen gespendet:

Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen. Es segne dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.“

Und das ist auch ein schönes Element der Liebe:
Jeder Christ darf und soll jeden anderen Menschen von Herzen segnen.
Nicht nur der geweihte Priester seine Gläubigen.

Und so wünsche ich Euch allen Gottes reichen Segen und ein gesundes gutes Jahr!

 

 

 

Veröffentlicht von

Harald R. Preyer

Unternehmer mit Tiroler Wurzeln Einfühlsamer Begleiter von Persönlichkeiten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.