„Im Glauben finden wir Licht und Trost für alles.“
Emilie Engel (Mitgründerin der Schönstätter Marienschwestern, 1893–1955)
• Wofür brauche ich im Moment Licht und Trost? Ich darf es dem göttlichen Kind anvertrauen. • Was bedeutet für mich der Glaube, dass Gott als Kind zur Welt kam?
Am 9. Dezember 2025 habe ich am Festtag des Heiligen Johannes Didacus (Juan Diego) Cuauhtlatoatzin recherchiert, welche religiösen Plätze weltweit am meisten besucht werden.
Zu meiner großen Freude ist auch der Wiener Stephansdom dabei.
Wie weit trägt Gerechtigkeit – und wo beginnt jene innere Freiheit, die nur Vergebung schaffen kann?
Nach einer intensiven Auseinandersetzung mit den Texten des heutigen 2. Adventsonntags – Jesajas Vision eines gerechten Friedens und der Ruf des Johannes zur Umkehr – haben Yuliya, Teddy und ich zuhause die neue Verfilmung des Grafen von Monte Christo gesehen. Eine Geschichte, die seit 1844 von Vergeltung erzählt – und doch in ihren entscheidenden Momenten von etwas Größerem spricht.
Der Film hält sich erstaunlich genau an den Roman von Alexandre Dumas und zeigt die Wandlung Edmond Dantès’ mit einer Eindringlichkeit, die uns beide tief bewegt hat. Zunächst dominiert der Zorn: ein unschuldig Verurteilter, beraubt von Freiheit, Liebe und Würde. Seine Rache ist brillant konstruiert und erschreckend wirksam. Und doch wird in dieser Verfilmung deutlicher als in vielen früheren: Jeder seiner Schritte in Richtung Vergeltung kostet ihn ein Stück seines Herzens.
Gerade deshalb sind die drei stillen Szenen so stark, in denen der Graf das Schwert senkt. Wenn er im Duell bewusst daneben schießt. Wenn er seinen größten Feind im entscheidenden Augenblick verschont. Wenn er Haydée und Albert – zwei jungen Menschen – ein Leben jenseits seiner eigenen Verletzungen ermöglicht. In diesen Momenten wendet sich die Geschichte: vom Ausgleich der Schuld hin zur Möglichkeit eines neuen Anfangs.
Hier begegnen sich Film und Advent. Jesaja beschreibt einen kommenden Frieden, der nicht aus Vergeltung wächst, sondern aus einem Geist der Weisheit, Einsicht und Gerechtigkeit. Johannes ruft zur Umkehr – zur inneren Bewegung vom verletzten Ich zum offenen Herzen.
Gerechtigkeit ordnet die Welt. Doch nur Vergebung erfüllt den Menschen.
Für Yuliya und mich war diese Verfilmung nicht nur ein großartiger Filmabend, sondern fast eine adventliche Meditation über das, was heilt: nicht der Sieg über andere, sondern die Versöhnung mit dem eigenen Leben.
Stichworte Advent, Monte Christo, Vergebung, Gerechtigkeit, Dumas, Filmreflexion, Hoffnung
Summary Am 2. Adventssonntag zeigt die neue Verfilmung des Grafen von Monte Christo, wie Rache an ihre Grenze stößt und Vergebung zur inneren Freiheit führt. Eine adventliche Betrachtung über Gerechtigkeit, Heilung und Menschwerdung.
Was bedeuten die „letzten Tage der Menschheit“ heute? Der ZEIT-Artikel zeigt: Nicht das große Weltende bedroht uns, sondern die kleinen Risse im Denken und Sprechen. Eine Erinnerung daran, wie zerbrechlich Zivilisation ist – und wie viel Macht im richtigen Wort liegt.
Wie wir darüber sprechen
„Nicht das Ende selbst ist entscheidend, sondern die Art, wie wir darüber sprechen. Sprache wird – ganz im Sinne von Karl Kraus – zur moralischen Instanz: Sie zeigt, wie schnell Zivilisation kippen kann. Die ‚letzten Tage‘ sind weniger ein Zeitpunkt als ein Zustand, der jederzeit beginnt – oft unmerklich, im Tonfall, im Schweigen, in der Müdigkeit.“
Der Menschlichkeit eine Stimme geben, bevor sie leise wird
Was die Schriftstellerinnen und Schriftsteller in diesem ZEIT-Artikel sichtbar machen, ist weniger eine Apokalypse als Spektakel, sondern eine Apokalypse im Inneren: im Verlust von Mitgefühl, im Lärm der Schlagzeilen, in der Erschöpfung einer Gesellschaft, die sich selbst nicht mehr zuhört.
Gerade Karl Kraus erinnert: Das Ende beginnt nie in einem einzigen Moment. Es beginnt in der Sprache, die wir wählen – oder nicht mehr wählen. In der Gleichgültigkeit, die sich einschleicht.
Vielleicht liegt darin die stille Aufgabe unserer Zeit: der Menschlichkeit eine Stimme zu geben, bevor sie leise wird. Und im Kleinen zu bewahren, was im Großen bedroht scheint: Würde, Klarheit, Zärtlichkeit des Denkens.
Ein Klick auf den Screenshot öffnet das Geschenkpaket – und eine halbe Stunde vergeht schnell.
Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehen, wirf mir die Ohren zu: ich kann dich hören, und ohne Füße kann ich zu dir gehen, und ohne Mund noch kann ich dich beschwören.
Brich mir die Arme ab: ich fasse dich wie mit dem Herzen, wie mit einer Hand, halt mir das Herz zu, und mein Hirn wird schlagen, und wirfst du mein Hirn in Brand, so werd ich dich auf meinem Blute tragen.
Rainer Maria Rilke (1897)
Lou Andreas-Salomé Foto Atelier Elvira, um 1897
Rainer Maria Rilke, Foto um 1900
2. Interpretation nach Sandra Richter
Dieses Gedicht gehört zu den radikalsten Liebesgedichten des jungen Rainer Maria Rilke. Es entstand 1897 – in einer Lebensphase, in der Rilke leidenschaftlich mit der Schriftstellerin Lou Andreas-Salomé verbunden war.
Die Literaturwissenschaftlerin Sandra Richter deutet dieses Gedicht in einem Beitrag des Österreichischen Rundfunks nicht primär als romantischen Text, sondern als Ausdruck einer existenziellen Abhängigkeit. Alles Körperliche kann verloren gehen – doch das Du bleibt. Nicht als Idee, sondern als körperlich empfundene Notwendigkeit.
Der biografische Hintergrund verschärft die Lesart: Während eines gemeinsamen Sommers wandte sich Lou Andreas-Salomé einem russischen Intellektuellen zu, der für ihre schriftstellerische Laufbahn Bedeutung hatte. Rilke wurde räumlich getrennt und emotional marginalisiert. Aus dieser Erfahrung der Verlassenheit heraus entstand ein Gedicht, das nicht idealisiert, sondern überlebt.
Nach Richter markiert dieser Text zugleich den Übergang vom schwärmerischen Liebhaber zum werdenden Autor der Moderne. Hier beginnt jenes Schreiben, das später nicht mehr tröstet, sondern trägt.
Quelle
Österreichischer Rundfunk, Ö1, Sendung „Gedanken für den Tag“ (Lesung & Gespräch), mit Interpretation von Sandra Richter.
„Ihr wahrhafter Anfang ist Verlangen nach Bildung; Bemühen um Bildung aber ist Liebe.
Liebe aber ist Halten ihrer Gesetze, Beachten der Gesetze sichert Unvergänglichkeit,
Unvergänglichkeit aber bringt in Gottes Nähe. So führt das Verlangen nach Weisheit zur Herrschaft hinauf.
Ihr Gewalthaber der Völker, wenn ihr Gefallen an Thronen und Zeptern habt, dann ehrt die Weisheit, damit ihr ewig herrscht!“ (Weisheit 6,17–21 )
Das Buch der Weisheit ist das jüngste Buch des Alten Testaments. Es wurde in der jüdischen Diaspora Ägyptens verfasst – in der Sprache der Philosophen, doch im Geist Israels. Es schließt die Weisheitstradition des Volkes Gottes mit der Suche der Welt nach Wahrheit zusammen. Seine Worte richten sich an die Mächtigen – an jene, die herrschen, entscheiden, Verantwortung tragen.
Auch wenn dieses Buch, als letztes des Alten Testaments, gleichsam schon den Atem Jesu spüren lässt, ist es doch rund zweitausend Jahre alt. Für unsere evangelischen Geschwister ist es erst seit der Einheitsübersetzung von 2016 Teil der gemeinsam verwendeten Lesungen. Ob die evangelische Kirche damit wohl auf die erstaunliche Aktualität seiner Mahnung reagiert hat?
Vielleicht ist wahres Herrschen nicht Befehlen, sondern Dienen. Nicht Besitzen, sondern Lieben.
Im Morgenimpuls von Msgr. Mag. Clemens Abarahmowicz, Stadtpfarrer von Baden bei Wien (Video: youtu.be/WH8enUyd4Cc)
Einen gesegneten Tag in Vorbereitung auf den Sonntag! Heute feiern wir den Weihetag der Basilika San Giovanni in Laterano – der ursprünglichen päpstlichen Kirche in Rom, der „Mutter aller Kirchen“.
Dieses Fest erinnert uns daran, dass Kirche nicht einfach eine Institution oder ein Gebäude ist. Wir selbst sind Kirche – als Brüder und Schwestern, als lebendige Steine, zusammengefügt mit dem Schlussstein Christus. Ein anderes biblisches Bild: Christus ist das Haupt, wir sind seine Glieder. Wenn wir in Christus sind, dann lebt er durch uns in der Welt.
In der ersten Lesung hören wir von der Wasserquelle, die aus dem Tempel von Jerusalem hervorsprudelt. Das Wasser durchfließt das Land, bis es sogar das Tote Meer erreicht – und dort, wo dieses Süßwasser hinkommt, entsteht neues Leben. Links und rechts am Fluss wachsen immergrüne Bäume, deren Früchte und Blätter Heilung bringen.
Diese Vision ist ein Sinnbild für die Kirche: Das lebendige Wasser steht für die Gnade Gottes, für die Sakramente, die heilen und Leben schenken. Wo Christus wirkt, dort entsteht Leben, Frieden, Freiheit und Freude.
Möge uns dieser Tag daran erinnern, Kirche zu leben – als Quelle des Lebens.
Es segne und behüte euch der allmächtige Gott: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.
Summary Am 9. November feiert die Kirche den Weihetag von San Giovanni in Laterano – der Mutter aller Kirchen. Ein Fest, das daran erinnert: Kirche sind nicht Mauern, sondern wir selbst – lebendige Steine im Leib Christi.
eine sehr persönliche Hommage an das ganz wunderbare Berghotel Tulbinger Kogel und seine Eigentümer-Familie von Harald R. Preyer, 26.10.2025
Ein heisser Tag in Hietzing
Der 29. Juli 2018 war einer dieser heissen Tage in Wien an denen ich mir als Tiroler die Berge nach Wien gewünscht habe. Das tue ich sonst nicht. Denn weil mir eben diese Berge im Sommer 1986 in meiner Heimat fast auf den Kopf gefallen wären, habe ich damals Innsbruck verlassen.
Ich dachte mir: Es wird ja wohl im Umkreis von Wien ein Hotel mit Schwimmbad geben und wenn ich höflich frage und dort esse, kann ich vielleicht auch Baden gehen. Google Maps führte mich bald in die Gegend von Mauerbach und ich erinnerte mich an ein modernes Hotel mit schönem SPA, das ich von mehreren Seminaren kannte. Fehlanzeige: nur für Hotelgäste und außerdem voll.
Da war’s aber auf Google Maps nicht weit zu einem anderen Haus, an das ich mich aus Kindheitstagen erinnerte. Mein Großvater Richard hatte nach dem zweiten Weltkrieg in Innsbruck eine Firma gegründet, die mit Ersatzteilen für Fahrräder handelte und als sein Bruder Hans aus der Kriegsgefangenschaft zurückkam, errichteten die Senioren eine Wiener Niederlassung. Sie führten klug die Geschäfte recht unabhängig von einandern und waren sehr unterschiedliche Persönlichkeiten. Großonkel Hans in Wien war wirtschaftspolitisch aktiv und wurde dann auch Kommerzialrat. Opa Richard in Innsbruck, verbesserte den Rücktritt und begann eine Fahrradproduktion. Zweimal im Jahr traf man sich mit der ganzen Familie zu Gesellschafterbesprechungen. Das war damals noch steuerlich zur Gänze abschreibbar. Zumindest sahen es die Senioren so und übertrafen sich in der Auswahl der Hotels gegenseitig. Das Tiroler Treffen fand meist in Südtirol statt. Ich erinnere mich noch gerne an den „Elefant“ in Brixen, einmal auch an das Grandhotel in Gardone – als mein Opa den Begriff „Südtirol“ etwas großzügiger auslegte. Der Wiener Großonkel konterte mit einem Berghotel in „greater Vienna“ wie er es damals nannte. Und so war ich mit sieben Jahren das erste Mal im Berghotel Tulbinger Kogel. Genau dorthin hat mich Google Maps an diesem heißen Julitag 2018 geführt.
Ich wählte die Nummer und fragte ganz direkt und höflich, ob ich zum Schwimmen kommen kann, wenn ich auch zu Abend esse. Ich war damals alleine und hatte gerade begonnen, am Wochenende die ZEIT zu lesen – genug Stoff für einige Stunden am Pool. Zu meiner großen Verwunderung und Freude teilte mir die Receptionistin mit, dass die Chefin da manchmal eine Ausnahme macht und dass sie fragen wird. Und so war ich eine Stunde später nach 48 Jahren wieder an dem Platz, an den ich mich dunkel aus Kindheitstagen erinnern konnte.
Erinnerungen an meine ersten Besuche im Jahr 2018
Yuliya
2018 war für mich ein Jahr, in dem ich mich neu erfinden sollte. Meine Anteile an dem von mir 1997 gegründeten Beratungsunternehmen hatte ich verkauft nachdem sich meine Ehefrau Evalina nach 20 Jahren Ehe von mir getrennt hatte. Wir sind in Frieden geschieden und mein Sohn Richard lebte damals mit mir in Hietzing. Meine Tochter Linda war bei ihrer Mutter geblieben und nur eine Brück über den Wien Fluss trennte uns. Wir konnten uns sehen und gegenseitig einladen so oft wir wollten.
Ich glaubte nicht mehr daran, eine Frau kennenzulernen, mit der ich gemeinsam alt werden würde und es zog mich immer mehr in „mein“ geliebtes Stift Göttweig. Bei den Benediktinermönchen hoch über der Wachau hatte ich gute Freunde gefunden und fühlte mich wohl. Ich überlegte, den Konvent um meine Aufnahme zu bitten und wollte vorher noch mit einer Jugendfreudin nach Venedig. Beim Check-In in Schwechat stand eine große schlanke schöne Frau vor mir. Zuerst beobachtete ich sie, dann versuchte ich mit ihr ins Gespräch zu kommen und wenig später saßen wir fast nebeneinander im Flugzeug – nahe genug, um im Gespräch zu bleiben. Und nach einigen weiteren Gesprächen und Begegnungen auf Zypern, in Kiew, Wien und anderen schönen Plätze der Welt war uns klar, dass wir wunderbar zusammen glücklich sein können. Stift Göttweig wurde zu meinem Rückzugsort für mehrere Tage im Jahr, um Gott zu finden. Yuliya wurde meine Ehefrau und „der Tulbinger Kogel“ unser liebstes Restaurant, wenn es etwas zu feiern gibt. Und es gibt viel zu feiern: Sonntage, Monatstage, Jahrestage, Geburtstage, Frühlingsbeginn, Ostern und Weihnachten.
2024 sind wir dann an den östlichen Stadtrand von Wien in eine schöne kleinere Wohnung übersiedelt – mit einem Schwimmbad am Dach der Anlage. Unser lieber bester Freund Teddy – ein von Geburt an fast blinder Chow Chow – kam als Baby zu uns. Und gestern meinte der sympathische Ober: „Der ist schnell groß geworden. Ich sehe ihn ja nur alle zwei bis drei Monate.“
Aus der Schwimmbad-Oase wurde unser liebstes Restaurant und wir haben bis heute jedes Mal ausgezeichnet gegessen und uns wohl gefühlt im „Tulbinger Kogel.“
Küche und Stimmung am Höhepunkt des Genusses
Teamklausur
Nach all den Jahren von Kindheitserinnerungen über Badefreuden im Wald bis zum liebsten Gourmet-Restaurant habe ich dann erst im Oktober 2025 das Berghotel Tulbinger Kogel das erste Mal als Seminarhotel kennengelernt.
Seit 1990 arbeite ich als Berater an wesentlichen Fragen von Führung. „Gibt es Leadership ohne Liebe? Welchen Stellenwert hat der SINN der eigenen Arbeit? Arbeite ich berufen mit Leidenschaft und Freude oder mache ich nur meinen Job?“ Das sind Fragen, die sich gute Führungskräfte irgendwann stellen und deshalb habe ich sie über 30 Jahre lang mit einem Experten-Team professionell bearbeitet. Die Unterschiede im Führungsverständnis zwischen Asien, Europa und den USA sind deutlich. Heute begleite ich nur noch wenige ausgewählte Führungskräfte in Wien dabei, den „Berg Athos der Führung“ zu entdecken. Jedes Jahr im Frühling und im Herbst veranstalten mein Freund, der Benediktiner Pater Johannes Paul Abrahamowicz und ich in Stift Göttweig die eintägigen Göttweiger Dialoge für Führungskräfte. Letzte Woche haben wir die 33. Wiederholung erlebt und die Runde war wieder inspirierend.
Eine Spezialbank in Wien hat allerdings vor einigen Jahren einen neuen schwedischen Eigentümer bekommen und seither geht es dort um die wirkungsvolle Kombination aus ökologischem und ökonomischem Leadership. Ein Mitarbeiter hat sich an Projekte mit mir erinnert und mich als Begleiter in die Bank geholt. Und nun wollte ein Vorstand mit seinen direkten Führungskräften zu einem vertrauensvollen, effektiven und erfolgreichen Team zusammenwachsen. Und dafür schien mir als Rahmen „mein geliebter Tulbinger Kogel“ bestens geeignet.
Das war dann auch genau so. Vom Angebot über die Seminarorganisation, den Raum, die Pausengestaltung, die Technik, die Stimmung, das Abendessen, Frühstück und Mittagessen, die Zimmer, das SPA und vor allem die Persönlichkeiten der Mitarbeiter an der Rezeption und im Service waren sich alle Teilnehmer in der Schlussrunde schnell einig: „Besser geht’s nicht!“ Das Zusammenspiel aus Ökologie, Lage und hochprofessioneller Seminartouristik hat perfekt geklappt.
Ein liebevolles und so gar nicht selbstverständliches Detail am Rande: Erst bei der Anreise habe ich mir gedacht, dass eine „schön gestaltete Mitte“ im Sesselkreis gut zur Intention und zum Thema des Workshops passen würde. Ich habe den jungen Mann, der mir den Seminarraum gezeigt hat, gebeten für den nächsten Tag ein großes Bouquet aus Blumen, Blättern und Zweigen aus dem Wald zu besorgen. Er meint nur verschmitzt lächelnd: „Ja gerne!“ Vermutlich hat er schon gehofft, dass die Seniorchefin das mit viel Liebe, Geschmack und Freude arrangieren wird.
Die liebevoll von Ingrid Bläuel persönlich gestaltete Mitte im Sesselkreis
Mit einer positiven Beurteilung im Kopf und viel Freude im Herzen bin ich dann nach Hütteldorf gefahren und habe dort meine liebe Yuliya und unseren Teddy abgeholt – diesmal als Hotelgäste für eine Nacht.
Yuliya und Teddy auf der Terrasse unseres Zimmers und „das Strafmandat“
Als wir zurückgekommen sind, habe ich kurz direkt vor dem Haupteingang geparkt – und prompt ein „Strafmandat“ bekommen. Die Familie Bläuel feierte den Geburtstag eines ihrer Jüngsten und die Kindern haben sich den Spaß gemacht, mir einen handgeschriebenen Zettel an die Scheibe zu stecken: „15 Euro, weil sie geparkt haben, wo man es nicht darf.“ Die jungen Polizisten und ich haben uns dann auf fünf Euro geeinigt, weil ich zu meiner Verteidigung vorbringen konnte, dass ich nur den Koffer aufs Zimmer gebracht habe. Und selbst diese fünf Euro hat ihr Vater – der CHEF des Hauses – liebevoll „refundiert“ und uns statt 6 eben 7 seiner wunderbaren Austern servieren lassen.
Wenn die geschäftstüchtigen „jungen Polizisten“ sich weiter so entwickeln, wie es ihre Vorfahren getan haben, dann werden auch meine Enkel irgendwann eine Hommage auf das Berghotel Tulbinger Kogel und seine Eigentümerfamilie schreiben.
„Geschichten vom Tulbinger Kogel“, Tulbingerkogel-Chronik, Seite 10
Der Cappuccino ist ein Statement. Die Melange – eine Einladung. Ersterer schäumt auf, letztere schwingt nach. Beides Kaffee – aber nur einer versteht Wien.