Liebender

Mich bewegt die Frage, was dem Leben Sinn und Tiefe gibt. Hier schreibe ich über Gott, Menschen, Kultur und die kleinen Freuden des Alltags – und manchmal auch über Yuliya und mich.

  • Gebet zum Hl. Geist

    O Geist, vom Vater ausgesandt,o Kraft, vom Sohn verheißen:Ergieße dich in unser Herzund nimm es dir zu eigen. Wo du bist, flammt die Liebe auf,und Liebe will lobsingen.Die Liebe öffnet Herz und Hand,sie will sich ganz verschwenden. Lob sei dem Vater und dem Sohn,Lob sei dem Heil’gen Geiste,wie es von allem Anfang war,jetzt und für…

  • Retten – nicht richten!

    Besonders eindrucksvoll ist der Blick auf den griechischen Urtext des Evangeliums. Als die Knechte das Unkraut sofort ausreißen wollen, antwortet Jesus mit dem Wort „Afete“. Es bedeutet nicht nur „lasst wachsen“, sondern auch „loslassen“, „freigeben“ und „vergeben“. Dasselbe Verb begegnet uns im Vaterunser: „Vergib uns unsere Schuld.“ Gott hält den Menschen also nicht an seiner…

  • Heimkehr ist eine Frage des Charakters

    Christopher Nolans „The Odyssey“ überwältigt mit Bildern, Lärm und Monstern. Seine eigentliche Frage aber ist eine alte: Was bleibt von einem Menschen, wenn er alles verloren hat – außer der Möglichkeit, das Richtige zu tun? Dieser Artikel verrät wesentliche Teile der Handlung und das Ende des Films. Es gibt Filme, die man verlässt und deren…

  • Der Mönch, der uns das Staunen zurückgab

    Eine Würdigung zum 100. Geburtstag von Bruder David Steindl-Rast am 12.7.2026. „Die Wurzel der Freude ist die Dankbarkeit. Nicht die Freude macht uns dankbar. Die Dankbarkeit macht uns froh.“ Foto: Diego Ortiz MUGICA Kaum ein Satz wird so häufig mit Bruder David Steindl-Rast verbunden wie dieser. Er ist längst zu einer Art Lebensmotto für Millionen…

  • Die Lilien auf dem Feld

    Zwischen perfekt sein und geliebt sein liegt ein großer Unterschied. Die Lilie muss nicht vollkommen sein. Sie ist schön, weil sie ist. Vielleicht dürfen auch wir heute einfach sein – im Vertrauen darauf, von Gott geliebt zu sein.

  • Todsünden und letzte Dinge

    Dieses Werk von Hieronymus Bosch, Die sieben Todsünden und die vier letzten Dinge (um 1500), gehört zu den eindrucksvollsten moralisch-theologischen Bildprogrammen der europäischen Kunstgeschichte. Auf den ersten Blick erinnert das Gemälde an ein gewaltiges Auge. Tatsächlich ist dies die zentrale Bildidee: Die Welt wird vom Blick Gottes durchdrungen. Im strahlenden Mittelpunkt erscheint Christus als der…

  • Aus dem Wertvollsten, das sie hatten

    Würde ein im Leben stehender Mensch sich elf Jahre lang jeweils für fünf Tage in eine Benediktinerabtei begeben, um dort die Bibel so detailliert zu studieren, dass nach diesen 55 Tagen erst 172 von 2722 Seiten gelesen sind? Oder anders formuliert: Wir haben erst sechs Prozent der Bibel gelesen – von Genesis 1,1 bis Exodus…

  • Adam, Eva, die Schlange und der Apfel

    … und schon haben wir ein Bild im Kopf, das mit dem Text der Bibel erstaunlich wenig zu tun hat. Es fehlt in den Bildern das Wesentliche – die Liebe Gottes. Adam und Eva im Paradies, Kinderzeichnung, Wachsstifte auf Papier, 2025 „Im Anfang war das Wort …“ – und dann kommt doch gleich die Geschichte…

  • Du

    Du bist der Morgen,den meine Nächtesuchen. Du bist die Sonne,die in meinen Dunkelheitenaufgeht. Du bist der Anfanghinter meinen Schlussstrichen,du unermüdlicher Gott. Bernhard Meuser, © beim AutorQuelle: Magnificat – das StundenbuchHymnus aus dem Morgengebet 22.6.2026