Schlagwort: Papst Leo XIV

  • Bei der goldrichtigen Firma

    Ein Donnerstag zwischen Stephansdom und Petersdom

    Wundert es uns wirklich, wenn im alten Europa immer weniger Menschen in die christlichen Kirchen kommen? Wer sich materiell abgesichert fühlt, verspürt vielleicht weniger Anlass, Hilfe bei Gott zu suchen. Gesättigte Mägen und gut gefüllte Bankkonten können uns die Vorstellung vermitteln, das Leben aus eigener Kraft im Griff zu haben. Zumindest solange es unseren Erwartungen entspricht.

    Das erklärt gewiss nicht alles. Auch Enttäuschungen über die Kirche, ihre Glaubwürdigkeit und unsere veränderten Lebensgewohnheiten spielen eine Rolle. Trotzdem beschäftigt mich die Frage: Haben wir mit unserem Wohlstand manchmal auch die Aufmerksamkeit dafür verloren, was uns trägt?

    In Österreich durften viele von uns über Jahrzehnte in Frieden und wachsendem Wohlstand leben. Dafür bin ich dankbar. Dass diese Erfahrung keineswegs für ganz Europa gilt, zeigen die Kriege auf unserem Kontinent schmerzlich.

    Als ehemaliger Unternehmensberater erlaube ich mir gelegentlich einen etwas ungewöhnlichen Blick auf die Kirche. Würden wir uns bei einem weltweit tätigen Unternehmen wundern, wenn es seine Aufmerksamkeit besonders dorthin richtet, wo Menschen aufbrechen, Gemeinschaften wachsen und neue Möglichkeiten entstehen?

    Die Kirche ist natürlich mehr als ein Unternehmen. Und ihre zweitausendjährige Geschichte ist keine ununterbrochene Erfolgskurve. Aber der Vergleich hilft mir, unseren europäischen Blick zu weiten. Unsere Erfahrungen sind ein Teil einer viel größeren Wirklichkeit.

    Die versammelte Gemeinde im Petersdom bei der Eröffnung des akademischen Jahres, 8. Oktober 2026. Die Menschen in weiß / rot in den vorderen Reihen sind nicht Tiroler in den Landesfarben, sondern mitfeiernde Priester (Lehrer und Studierende) mit roten Stolen, weil die Messe mit der Bitte um Heiligen Geist gefeiert wurde. Bildschirmaufnahme

    Am Donnerstag, dem 8. Oktober 2026, konnte ich diese größere Wirklichkeit zu Hause am Computer miterleben. Papst Leo XIV. feierte im Petersdom die Messe zur Eröffnung des akademischen Jahres der Päpstlichen Universitäten. Rund 5.000 Gläubige nahmen daran teil, berichtet Vatican News. Die vielen weißen liturgischen Gewänder und die Menschen in Zivil machten die Vielfalt dieser Gemeinschaft auch im Bild sichtbar. Rund 12.000 Studierende sind alleine an den päpstlichen Universitäten in Rom inskribiert, zählt man die kirchennahen Bildungseinrichtungen, die meist von Orden betrieben werden, dazu, dann sind es 26.000 aus über 140 Ländern. Weniger als 20 Prozent sind Italiener.

    Mich beeindruckt, wie unmittelbar wir heute verbunden sein können. Ich kenne kaum eine weltweit tätige Organisation, deren Gedanken und Aktivitäten ich so zeitnah und in so vielen Sprachen verfolgen kann. Predigten, Begegnungen und Gottesdienste kommen bis in unser Wohnzimmer. Für mich wurde der Bildschirm an diesem Abend zu einem Fenster in die Weltkirche.

    Dabei gab es eine besonders schöne Verbindung nach Wien. Zu Mittag durfte ich im Stephansdom die erste Lesung vortragen. Darauf hatte ich mich mit Freude vorbereitet: Paulus spricht zu den Gemeinden in Galatien. Am Abend hörte ich denselben Text in Rom, von einer Ordensschwester auf Italienisch vorgetragen. Dieselben Worte, zwei Kirchen, zwei Sprachen – und ich durfte mich an beiden Orten angesprochen fühlen. Einziger Unterschied für mich: in ihrem wunderbaren Italienisch klingt der Text noch viel schöner als auf Deutsch.

    Die Lesung im Petersdom – für mich eine besondere Verbindung zur Mittagsmesse im Wiener Stephansdom. Bildschirmaufnahme

    In seiner Predigt deutet Leo den eindringlichen Ton des Paulus als Einladung zu Vernunft, Erinnerung und kritischem Denken. Fragen gehören zum Glauben. Studium soll der Wahrheit und anderen Menschen dienen. Religiöse Gefühle dürfen nicht für eigene Interessen ausgenutzt werden.

    Besonders berührt mich seine Unterscheidung zwischen Datenverarbeitung und menschlicher Erinnerung: Algorithmen sind schneller, doch gelebte Erfahrungen haben einen inneren Nachhall. Deshalb mahnt er: „Hütet euer Herz!“ Routine, Ehrgeiz und Rivalität können die ursprüngliche Begeisterung erschöpfen.

    Mit Bezug auf seine erste Enzyklika Magnifica humanitas fordert er eine „Hygiene der Aufmerksamkeit“: Stille, vertieftes Studium, Lesen und besonnene Kommunikation schützen die innere Freiheit. Freundschaft, die Nähe zu den Armen und das Teilen von Bildungschancen gehören ebenfalls zum akademischen Leben. Die vollständige deutsche Predigt

    Für meinen eigenen Umgang mit künstlicher Intelligenz ist das ein wertvoller Maßstab. Ich möchte ihre Möglichkeiten nutzen, um Gedanken zu ordnen, Zusammenhänge zu verstehen und meine Arbeit besser zu machen. Dabei will ich meine Urteilskraft, Kreativität und menschliche Aufmerksamkeit weiterentwickeln. Eine persönliche Begegnung, das Mitgefühl mit einem anderen Menschen und die Verantwortung für meine Entscheidungen bleiben meine Aufgabe.

    Gerade an einem Abend vor dem Computer spüre ich, wie gut sich technische Möglichkeiten und menschliche Tiefe ergänzen können. Die Übertragung ermöglicht mir die Teilnahme. Was sie in mir auslöst, wächst aus meiner eigenen Geschichte, meinem Glauben und den Menschen, mit denen ich verbunden bin.

    „In euren Hörsälen sitzt die ganze Welt“, sagt Leo. Er ermutigt die Studierenden aus allen Kontinenten, miteinander zu sprechen, einander zuzuhören, gemeinsam zu beten und bleibende Freundschaften zu schließen. Predigt vom 8. Oktober 2026

    Dieser Gedanke bleibt bei mir. Vielleicht brauchen wir in Europa gerade solche Fenster: Möglichkeiten, die Lebendigkeit der Kirche auch außerhalb unserer unmittelbaren Umgebung wahrzunehmen. Menschen kennenzulernen, deren Fragen anders klingen als unsere. Und dabei den eigenen Glauben neu zu entdecken.

    Ein stiller Blick auf die Feier: Blumen im Vordergrund, Gebet und Liturgie dahinter. Bildschirmaufnahme

    Seit meinem 60. Geburtstag arbeite ich als Einsegner und begleite Menschen in Veränderung und Trauer sehr persönlich – aus Berufung und ehrenamtlich. Früher konnte ich als Unternehmensberater aus der Ferne beobachten, wie sich beratene Unternehmen manchmal ein bisschen wirtschaftlich verbesserten. Manchmal geschah trotz intensiver Interventionen auch gar nichts. Heute kommen Menschen traurig und mit ihren Nöten zu mir und gehen mit Hoffnung und ein bisschen Freude im Herzen wieder weg. Sie spüren, dass sie von Gott und Menschen in ihrer Nähe geliebt werden und dass sie nicht alleine sind. Was für ein Unterschied.

    Klar freue ich mich, wenn heute Trauerfamilien meine Arbeit mit großzügigen Spenden belohnen. Aber darum geht es nicht. Ich begleite auch Familien, die wenig Geld haben und gerade das Begräbnis bezahlen können. Ich liebe meine Berufung und bin dankbar, dass ich diese Veränderung so unmittelbar miterleben darf.

    Die Messe an diesem Donnerstag hat mich tief beeindruckt. Ich habe Freude empfunden, Dankbarkeit und Zugehörigkeit. Mittags stand ich als Lektor am Ambo und durfte die Kommunion austeilen. Abends war ich von zu Hause aus mit der Feier im Petersdom und der Kirche auf der ganzen Welt verbunden.

    Und am Ende dachte ich mit einem Lächeln: Ich bin bei der „goldrichtigen Firma“. Aus Berufung. Und von Herzen.

    Harald Richard Preyer · 8. Oktober 2026

  • Zwischen Weihrauch und Algorithmus

    Firmung im alten Ritus, Enzyklika mit KI gelesen

    Heute vormittag durfte ich mein Patenkind Augustin in der barocken Pfarrkirche von Katzelsdorf an der Leitha zur Firmung begleiten. Firmspender war der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Pedro López Quintana. Die Feier erfolgte im außerordentlichen Römischen Ritus nach den liturgischen Büchern von 1962. Es war ein wunderbares Fest.

    Der Heilige Geist war spürbar.

    Wer nie eine solche Liturgie erlebt hat, verbindet mit dem „alten Ritus“ oft Distanz, Strenge oder nostalgische Rückwärtsgewandtheit. Ich habe heute das Gegenteil erlebt. Ruhe. Schönheit. Konzentration. Weihrauch, Latein, die Harmonie von Orgel, Geige und einfachen Litaneien im gregorianischen Stil – und eine erstaunliche Ernsthaftigkeit der Menschen — gerade auch der jungen.

    Nach der Feier bereitete die Pfarrgemeinde mit großer Herzlichkeit eine Agape im Hof hinter der Kirche vor. Ich konnte mit vielen Menschen sprechen, die ich noch nie zuvor gesehen hatte, und war beeindruckt von der Nähe, Wärme und Selbstverständlichkeit, mit der hier gefeiert wurde. Keine Inszenierung. Kein Eventcharakter. Sondern Freude, Glaube und Gemeinschaft.

    Anschließend fuhren wir noch ins Schweizerhaus und aßen dort die traditionelle Stelze. Auch Teddy bekam eine kleine Portion — selbstverständlich ohne Kruste. Er liebt alles, was Menschen essen, völlig unabhängig davon, was es ist.

    Am späten Nachmittag begann dann ein völlig anderer Teil dieses Tages.

    Ich las die neue Enzyklika Magnifica Humanitas von Papst Leo XIV.
    Oder genauer gesagt: Ich las sie gemeinsam mit einer Künstlichen Intelligenz.

    Der vollständige Text umfasst 245 nummerierte Abschnitte und mehrere hunderttausend Zeichen — eine dichte Mischung aus Theologie, Soziallehre, Philosophie, Politik, Wirtschaft, Technikethik und geistlicher Reflexion. Ein geübter Schnellleser würde vermutlich sechs bis acht Stunden benötigen, um den Text vollständig zu lesen. Um ihn wirklich geistig zu durchdringen, wahrscheinlich deutlich länger.

    Ich habe einen anderen Weg gewählt.

    Ich lud den vollständigen Text in ein KI-System und beschäftigte mich dann etwa zwei Stunden lang intensiv damit — lesend, fragend, diskutierend, reflektierend. Dabei stellte ich der Maschine drei Fragen:

    • Was ist die Kernbotschaft dieser Enzyklika für mich persönlich?
    • Was will der Papst den Mächtigen dieser Welt sagen?
    • Und was wäre anders, wenn die Menschen diese Enzyklika wirklich lesen und verstehen würden?

    Das Überraschende war nicht die Technik.
    Das Überraschende war, wie menschlich die Antworten wurden.

    Denn diese Enzyklika ist kein Text gegen Künstliche Intelligenz. Sie ist ein Text gegen die Entmenschlichung des Menschen.

    Das ist ein entscheidender Unterschied.

    Papst Leo XIV. schreibt nicht wie ein kulturpessimistischer Mahner, der die digitale Welt verteufelt. Er anerkennt ausdrücklich die Größe menschlicher Technik. Die Entwicklung von Wissenschaft, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz wird nicht als dämonische Bedrohung beschrieben, sondern als Ausdruck menschlicher Kreativität. Gleichzeitig zieht sich durch den gesamten Text eine tiefe Sorge: dass der Mensch beginnen könnte, seine eigene Würde zu vergessen.

    Die eigentliche Gefahr ist für diese Enzyklika nicht die Maschine.
    Die eigentliche Gefahr ist ein Mensch, der nur noch in Kategorien von Leistung, Kontrolle, Effizienz und Macht denkt.

    Leo XIV. verwendet dafür zwei starke biblische Bilder: Babel und Jerusalem.

    Der Turmbau zu Babel steht für eine Menschheit, die technisch immer mächtiger wird, aber innerlich die Orientierung verliert. Menschen sprechen zwar dieselbe Sprache, verstehen einander aber nicht mehr. Vielfalt wird zur Bedrohung. Unterschiede werden eingeebnet. Alles soll berechenbar, steuerbar und effizient werden. Der Mensch baut einen Turm, um „wie Gott“ zu sein — und verliert dabei sein eigenes Gesicht.

    Dem gegenüber steht das Bild des Wiederaufbaus Jerusalems im Buch Nehemia. Dort entsteht Gemeinschaft nicht durch Zentralisierung von Macht, sondern durch gemeinsame Verantwortung. Jeder baut an seinem Teil der Mauer. Unterschiedliche Menschen wirken zusammen. Nicht Gleichförmigkeit schafft Einheit, sondern Beziehung.

    Man muss kein Theologe sein, um zu erkennen, wie aktuell dieses Bild geworden ist.

    Wir leben in einer Zeit, in der Algorithmen bestimmen, was Menschen sehen, fühlen und glauben. Aufmerksamkeit wird zur Ware. Wahrheit wird relativiert. Die mächtigsten technologischen Systeme der Geschichte befinden sich nicht mehr primär in den Händen demokratischer Staaten, sondern privater Konzerne. Künstliche Intelligenz beginnt Entscheidungen vorzubereiten, die früher Menschen getroffen haben: medizinische Diagnosen, Kreditvergaben, Bewerbungen, militärische Analysen, politische Kommunikation.

    Und gleichzeitig wächst weltweit das Gefühl vieler Menschen, austauschbar geworden zu sein.

    Genau hier setzt die Enzyklika an.

    Sie erinnert daran, dass der Wert eines Menschen niemals von seiner Leistungsfähigkeit abhängen darf. Nicht Produktivität verleiht Würde. Nicht Erfolg. Nicht Sichtbarkeit. Nicht digitale Reichweite. Die Würde des Menschen ist aus christlicher Sicht unverlierbar, weil sie dem Menschen von Gott zukommt und nicht vom Markt.

    Das klingt zunächst selbstverständlich. In Wahrheit ist es revolutionär.

    Denn die digitale Welt bewertet ständig. Sie misst, sortiert, priorisiert, klassifiziert und optimiert. Die Logik moderner Systeme lautet fast immer: schneller, effizienter, profitabler, skalierbarer. Der Mensch gerät dabei leicht in Versuchung, sich selbst ebenfalls nur noch unter diesen Kriterien zu betrachten.

    Die Enzyklika stellt sich diesem Denken mit bemerkenswerter Klarheit entgegen.

    Vielleicht ist das sogar ihre eigentliche Botschaft:
    Der Mensch darf die Technik verwenden. Aber er darf sich nicht selbst technisch verstehen lernen.

    Mich persönlich hat beim Lesen vor allem ein Gedanke bewegt: Die Kirche verteidigt hier nicht einfach Tradition gegen Moderne. Sie verteidigt das Menschliche gegen seine Reduktion.

    Das hat auch mit meinem eigenen Leben zu tun. Ich arbeite intensiv mit Künstlicher Intelligenz. Ich verwende sie zum Schreiben, Strukturieren, Nachdenken, Analysieren und Reflektieren. Gerade deshalb hat mich diese Enzyklika berührt. Denn sie zwingt zur ehrlichen Frage: Wozu verwende ich diese Macht eigentlich?

    Um Menschen besser zu verstehen?
    Oder um sie effizienter zu beeinflussen?

    Um Wahrheit klarer zu formulieren?
    Oder um Aufmerksamkeit zu erzeugen?

    Um Beziehungen zu vertiefen?
    Oder um mich selbst wichtiger zu machen?

    Natürlich hätte das vollständige, langsame Lesen des gesamten Dokuments einen großen Wert gehabt. Ich hätte jede Argumentationslinie im Detail nachvollziehen, alle theologischen Nuancen erfassen und die Entwicklung der kirchlichen Soziallehre genauer studieren können.

    Doch meine Form des Lesens hatte einen anderen Vorteil.

    Ich habe die Enzyklika nicht archiviert, sondern dialogisch verarbeitet. Die KI wurde dabei nicht zum Ersatz meines Denkens, sondern zu einer Art Spiegel, Verstärker und Strukturierungshilfe. Statt mich in hunderten Absätzen zu verlieren, musste ich sofort entscheiden: Was berührt mich wirklich? Welche Frage ist wesentlich? Was davon betrifft konkret mein eigenes Leben?

    Vielleicht liegt gerade darin eine der Chancen von KI: nicht weniger tief zu denken, sondern schneller zu den wirklich existenziellen Fragen vorzudringen.

    Die Enzyklika fordert keine Maschinenverbote. Sie ruft auch nicht nostalgisch zur Rückkehr in eine vorindustrielle Welt auf. Im Gegenteil: Leo XIV. schreibt ausdrücklich, dass Technik heilen, verbinden, bilden und schützen kann. Aber er verlangt etwas, das heute fast altmodisch wirkt: Verantwortung.

    Vor allem Verantwortung der Mächtigen.

    Der Papst richtet sich deutlich an politische und wirtschaftliche Eliten. Er warnt vor einer technologischen Macht, die sich demokratischer Kontrolle entzieht. Er spricht über Waffen und KI, über digitale Manipulation, über wirtschaftliche Konzentration und über die Gefahr einer Kultur, in der Profit wichtiger wird als Menschen.

    Seine Antwort darauf ist bemerkenswert unideologisch.
    Nicht Revolution. Nicht Klassenkampf. Nicht Technikfeindlichkeit.

    Sondern etwas viel Anspruchsvolleres: eine „Zivilisation der Liebe“.

    Dieser Ausdruck klingt zunächst weich. Tatsächlich ist er radikal. Denn eine Zivilisation der Liebe würde bedeuten, dass politische, wirtschaftliche und technologische Entscheidungen nicht primär nach Macht, Gewinn oder ideologischer Kontrolle getroffen werden, sondern danach, ob sie dem Menschen dienen.

    Vielleicht würden wir langsamer entscheiden.
    Vielleicht würden wir wieder lernen zuzuhören.
    Vielleicht würde Wahrheit wichtiger als Empörung.
    Vielleicht würden Kinder nicht mehr von Algorithmen erzogen.
    Vielleicht würde Arbeit wieder dem Menschen dienen und nicht umgekehrt.
    Vielleicht würden wir technische Intelligenz entwickeln, ohne menschliche Weisheit zu verlieren.

    Und vielleicht würden wir begreifen, dass die entscheidende Zukunftsfrage nicht lautet:

    Wie intelligent werden Maschinen?

    Sondern:

    Wie menschlich bleiben wir selbst?

    Der Originaltext der Enzyklika in Deutsch ist hier vollständig abrufbar.
    https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/encyclicals/documents/20260515-magnifica-humanitas.html