Predigt von P. Johannes Paul Abrahamowicz OSB am 7. Sonntag der Osterzeit, Lesejahr A
Angeregt durch diese Predigt habe ich heute das ganze Kapitel 17 im Johannes Evangelium gelesen. Das ist ein Gebet zu seinem Vater voller Vertrauen und Dankbarkeit. Die Predigt selbst habe ich mit Plaud transkribiert, wodurch diese Zusammenfassung entsteht.

Kernsynopsis
Der vorliegende Text ist eine theologische Auslegung des Johannesevangeliums, Kapitel 17, die sich auf die Kernbotschaft von Jesu Abschiedsgebet konzentriert. Die Analyse dekonstruiert ein als komplex und philosophisch beschriebenes Gebet in ein einfaches, nachvollziehbares Prinzip: Jesu Bitte an den Vater, sich nach seinem Weggang um seine Anhänger zu kümmern. Diese Bitte wird mit dem alltäglichen Beispiel von Eltern verglichen, die ihre Kinder in die Obhut anderer geben. Der entscheidende strategische Punkt ist die zeitliche Einordnung dieses Gebets: Es wird von Jesus vor seinem Tod und seiner Auferstehung gesprochen, nicht danach. Diese Voraussicht demonstriert ein Höchstmaß an Gottvertrauen, das als Vorbild für die Gläubigen dient. Wir sind nicht dazu aufgerufen, eine komplexe Theologie zu meistern, sondern unser eigenes Gottvertrauen zu stärken, da dies die eigentliche Quelle des Wohlbefindens ist.
Dekonstruktion der Predigt: Von der Theologie zur Praxis
1. Das Phänomen: Ein komplexes Gebet
- Der Text: Die Predigt beginnt mit der Lesung aus dem Johannesevangelium (Kapitel 17, Verse 1-11a), in dem Jesus sich an seinen Vater wendet.
- Die Bewertung: Der Sprecher (P. Johannes Paul OSB) charakterisiert diesen Text als kompliziert, philosophisch und wie einen „Wirbelsturm“, der um wenige Themen kreist (
[00:03:06-00:03:39]). Die Kernaussagen über Verherrlichung, ewiges Leben und die Beziehung zwischen Vater, Sohn und den Gläubigen werden als anspruchsvoll für den Zuhörer eingestuft.
2. Die Kernbotschaft: Eine einfache Analogie
- Die Vereinfachung: Die komplexe theologische Sprache wird auf eine zentrale, menschliche Handlung reduziert: Ein Verantwortlicher übergibt seine Schützlinge an eine höhere Instanz (
[00:03:40-00:04:18]). - Die Analogie: Dies wird mit der Situation von Eltern verglichen, die in den Urlaub fahren und die Betreuung ihrer Kinder an jemand anderen übergeben mit der Bitte: „Bitte kümmere dich jetzt um die Kinder, weil ich kann nicht.“ (
[00:04:18]). Jesus hat sich um „uns“ gekümmert und bittet nun den Vater, diese Aufgabe fortzuführen.
3. Die entscheidende Einsicht: Der Faktor Zeit
- Das Paradox: Obwohl die Lesung in der Zeit nach Christi Himmelfahrt stattfindet, verortet der Evangelist Johannes diese Worte Jesu vor dessen Tod und Auferstehung (
[00:04:19-00:04:51]). - Die Konsequenz: Dass Jesus in vollem Bewusstsein seines bevorstehenden Todes („Ich komme jetzt zu dir“) ein solch vertrauensvolles Gebet sprechen kann, wird als ultimativer Beweis für sein Gottvertrauen interpretiert. Es ist keine Rückschau nach einem Sieg, sondern eine vertrauensvolle Handlung im Angesicht der größten Prüfung.
- Die Anwendung: Für die heutigen Gläubigen, die nach Ostern leben, erhält dieses Gebet eine noch tiefere, tröstlichere Bedeutung. Das Vertrauen Jesu wurde bestätigt, was wiederum das Vertrauen der Gläubigen stärken soll (
[00:06:39-00:07:10]).
4. Die Schlussfolgerung: Vertrauen statt Leistung
- Das Ziel: Das zentrale Anliegen Gottes ist nicht die Erfüllung von Geboten oder die Ausführung von Taten, sondern dass es dem Menschen „gut geht“ (
[00:07:21-00:07:36]). - Der Weg: Dieses Wohlbefinden wird direkt mit dem Maß an Gottvertrauen verknüpft. Die zentrale Aufgabe für den Gläubigen ist daher nicht, etwas zu tun, sondern das eigene Vertrauen zu stärken, unterstützt durch Jesus und den Heiligen Geist.
Transkript mit Plaud