Muss Führung im digitalen Zeitalter grundsätzlich neu gedacht werden?

Führung soll in Zeiten der rasant fortschreitenden Globalisierung neu gedacht werden. Das meint knapp die Hälfte heimischer Meinungsführer, darunter 54 % Manager. 

Im Bereich der unterschiedlichen Management Kompetenzen liegt der Veränderungsbedarf bei Werten zwischen 6,2 und 6,6 auf einer zehnteiligen Skala, also durchaus relevant aber nicht dringend. Die Anforderung, IT-Collaboration Tools einzuführen wird mit 8,1 als notwendig bewertet. Bei den unter 30-Jährigen steigt dieser Wert auf 9,0.

„Die Digitalisierung erfordert es, eine Unternehmenskultur zu etablieren, die auf Partizipation, Vernetzung und Flexibilität basiert.“ Diese Aussage bestätigen Manager wie Mitarbeiter zu rund 73%, Personalchefs meinen sogar zu 89%, dass dies notwendig ist.

„Klassische, hierarchische Führungsstrukturen werden mit hoher Wahrscheinlichkeit scheitern“ meinen immerhin 50% der Führungskräfte und 54% der Mitarbeiter. Es erstaunt nur auf den ersten Blick, dass Berater und Trainer das differenzierter sehen. 44% meinen, dass klassische, hierarchische Führungsstrukturen scheitern werden. 39% meinen das Gegenteil. Da haben wohl schon viele Experten das Scheitern von Veränderungsprojekten miterlebt.

„Viele Unternehmen übersehen einen Generationswechsel in der Führung. Digital Natives sollten bereits Managementpositionen übernehmen.“ Daran glauben nur 25% der Manager und 40% der Mitarbeiter.

„Durch die Digitalisierung steigen die Anforderungen an Führungskräfte, was professionelles Change-Management anbelangt.“ Breite Zustimmung der Mitarbeiter mit 80%. Auch die Manager sind zu knapp 2/3 dieser Meinung. Personalchefs sagen zu 89% zu dieser Aussage JA.

„Wie hoch schätzen Sie bei Ihnen im Unternehmen den Digitalisierungsgrad ein?“
Aus technischer Sicht (IT-Systeme) sagen 23% aller Antwortenden, dass der Digitalisierungsgrad bei ihnen ganz gering ist. Was die Skills von Schlüssel- und Führungskräften in Bezug auf Digitalisierung betrifft geben 38% einen ganz geringen Wert an. Aus kultureller Perspektive (Mind-Set und Haltung) halten Führungskräfte zu 41% und Mitarbeiter zu 54% den Digitalisierungsgrad für gering. Anders formuliert: Knapp die Hälfte aller Meinungsführer hält das eigene Unternehmen noch nicht reif für Digitalisierung.

„Wie würden Sie Ihren derzeitigen Führungsstil bezeichnen?“
37% kooperativ (ich erarbeite mit dem Team Entscheidungen), 33% delegativ/autonom (ich gebe viel Freiheit, das Team kann viel selbst entscheiden), 22% direktiv (ich lasse Fragen und Ideen zu meinen Entscheidungen zu) und 8% autokratisch (ich gebe klar vor, es gibt keine Diskussion). Das heißt: die Selbsteinschätzung geht klar in Richtung liberale Führungsstile (70:30).

„Ist gute Führung wirklich lernbar?“
Daran glauben 46% der unter 50-Jährigen und nur 28% der über 50-Jährigen.

„Mit meiner aktuellen Work Life Balance bin ich zufrieden.“ 24% der jüngeren sind damit gar nicht zufrieden. Auch 18% der über 50-Jährigen stimmen gar nicht zu.

„Aktuell bin ich beruflich erfolgreich.“ Da finden sich 97% aller Führungskräfte im oberen Teil der Skala.

„Durch welche Maßnahmen haben Sie als Führungskraft am meisten profitiert?“

Weit voran die Selbstreflexion, gefolgt von „Tun“ (Autodidaktik), einem vorbildhaften Chef und Führungstrainings. Weit abgeschlagen Teamsport, Universitäten, Ehrenfunktionen in Vereinen.

Eine repräsentative Studie (Managementecho 04/2018, n=302) von Konrad Breit und Harald Preyer in Zusammenarbeit mit Michael Schmid vom TREND hat im Juni die Einstellung Österreichischer Entscheider und Beeinflusser zu Führung in Zeiten der rasant fortschreitenden Globalisierung untersucht.

„Es gibt einen erschreckend niedrigen Digitalisierungsgrad der österreichischen Unternehmenslandschaft. Die Anforderungen an Führungskräfte, Change Prozesse in Richtung digitales Zeitalter zu gestalten und zu steuern, steigen am signifikantesten“. Dr. Konrad Breit | Change Consulting Network

Hier ist der Link zur interaktiven Auswertung der Studie.

Ideen und Hilfestellungen

Der Trend geht ganz eindeutig in Richtung liberaler, partizipativer Führungsstile. Dadurch steigen Engagement, Innovation und Arbeitsklima messbar. Hierarchische Strukturen können nicht von heute auf morgen geändert werden und sie haben ja in vielen Bereich auch noch immer ihren Sinn.

Kulturveränderung wird begünstigt vom gemeinsamen Erarbeiten von Visionen und Strategien. Buttom-up mitgestaltete Zukunftspläne werden von Teams mitgetragen und Ziele mit Freude und Stolz erreicht. Wirklich gemeinsam „erstrittene“ Unternehmenskultur wird spürbar gelebt und motiviert zu dauerhaften guten Leistungen. Eigenverantwortung und Unternehmensqualität steigen.

Moderne Mitarbeiter-Feedback-Systeme liefern laufend Rückmeldungen über Befindlichkeiten, Stimmungen, Ideen, Einschätzungen und auch über Störungen im Unternehmen. Diese Feedbacks sind substanzielle Grundlagen für wertschätzende Führung.

Customer Experience Systeme (CX) sind in den USA seit rund fünf Jahren das CEO-Thema Nr. 1. In Österreich sind sie gerade erst im Kommen. CX liefert in Echtzeit laufend Daten über die Wahrnehmungen der Kunden an den unterschiedlichen Berührungspunkten zum Unternehmen. Diese Feedbacks werden dringend gebraucht, wenn Führung radikal (an die Wurzeln gehend) kundenorientiert und zukunftsorientiert geschehen soll.

Moderne Feedback-Systeme sind sehr kostengünstig. Viele Hersteller bieten gut verwendbare Freeware Varianten als Basis an, mit denen bereits nach sehr kurzer Zeit gut vom Unternehmen ohne weitere Unterstützung gearbeitet werden kann. Wichtig ist am Beginn die Begleitung durch erfahrene Experten. Sonst scheitert die Implementierung an Vorbehalten wie Anonymität, Belästigung, Überlastung noch bevor sie Wirkung zeigen konnte.

Die Beratergruppe RESONANZ in Wien hat den Leadership Engagement Index LEI entwickelt. Mit nur vier Fragen wird hier das Engagement von Mitarbeitern und die Qualität von Führung permanent beobachtet. Wertvolle Freitext Informationen fließen unmittelbar in Echtzeit an die Führungskräfte, die damit zeitnahe arbeiten können. In regelmäßigen Reflexionsgesprächen werden Maßnahmen für das gesamte Unternehmen abgeleitet. Einzelne Feedbacks können im Team, im Peer to Peer Coaching mit Kollegen und auch mit erfahrenen Organisationsentwicklern und Coaches besprochen werden. Der LEI kann mit unterschiedlichen bestehenden Tools einfach verknüpft werden. Die Fragen stehen kostenlos zur Verfügung und können unternehmensintern und mit anderen Unternehmen verglichen werden.

Mit More than Checks steht auch ein mächtiges Diagnose-Tool für Organisationsentwicklung bereit, das klassische Mitarbeiter- und Kundenbefragungen kostengünstig ersetzen kann. Die Auswertungen aus allen Daten können mittels Drag and Drop vom Unternehmen selbst analysiert und interpretiert werden. Zeitnahe und punktgenau Maßnahmen begünstigen partizipative Führungsstile.

Einfache Collaboration Tools wie z.B. Trello stehen für Teams kostenlos zur Verfügung und machen es leicht, Informationen über den Status interner und externer Projekte im Team zu teilen. Am Beginn ist es wichtig mit dem Team klare Regeln aufzustellen: Wie oft werden die Informationen dort aktualisiert? Ab welchem Reifegrad werden Projekte abgebildet? Wer hat worauf Zugriff? Wie vermeiden wir redundante Daten?

Digital Natives und schon heute Mitarbeiter unter 30 sind nicht mehr bereit, viele Mails zu lesen. Sie wollen Information dort, wo sie sie vermuten. Auch dazu leisten moderne Collaboration Tools die notwendige Unterstützung.

Sebstian Kurz zum 5. Mal als Bundeskanzler gewählt

 APA, Wien, 26.10.2037

Vor 20 Jahren dankte Reinhold Mitterlehner in seiner denkwürdigen Rede vom 10. Mai 2017 als vierter ÖVP Obmann in nur zehn Jahren ab. Sein Nachfolger Sebastian Kurz damals 31 und jüngster Aussenminister aller Zeiten trat seine Nachfolge an. Er baute die ÖVP von einer alten Macht-Partei in eine neue Bürgerbewegung um und erzielte mit dem Forum Österreich seit 2017 stets die absolute Mehrheit im Nationalrat. Heute überschritt das Forum Österreich bei den Nationratswahlen erstmals die magische 2/3 Hürde und erzielte 67% der Stimmen.

Django – die Totengräber warten schon

Vor einem alten Filmplakat moderierte der damalige Anchorman des ORF (AdR: Der ORF war eine  staatliche Rundfunkstation), Armin Wolf, eine Nachrichtensendung an, in der es um die Zukunft Österreichs in der damals nicht mehr regierungsfähigen Koalition aus SPÖ und ÖVP ging.
Reinhold Mitterlehner hatte zu diesem Zeitpunkt seine Entscheidung schon getroffen, von allen Ämtern als ÖVP-Parteiobmann und Vizekanzler zurückzutreten. Die Moderation der damaligen Fersehsendung bestätigte ihn nur darin, in Würde Adieu zu sagen.

Alpbach – letzte älplerische Intrigen

Wie in der damaligen ÖVP (AdR: eine einst staatstragende Partei) üblich, trafen sich die Landeshauptleute am Tag nach dem Rücktritt ihres Partei-Obmanns in Alpbach und berieten darüber, wie die ÖVP weiterhin als konservativer Machtapparat in Österreich ihre Macht behalten könne. Mit lautem Gewitter unterbrachen Engel ihre Beratungen und riefen Ihnen zu: „Hört auf damit! Es geht um Österreich und nicht um Euch und Eure Macht!“

Besinnung – unsere Zukunft

Der damals junge Sebastian Kurz schwieg zur Machtinszenierung seiner gewichtigen Vorfahren.
Er belächelte die Inszenierung nicht und er konnte ihr auch nichts abgewinnen. Er wollte ein NEUES Österreich. Eines, das ohne Machtstreben auskommt, ein Österreich, das seinen Bürgern dient.
Ein menschliches lebenswertes Österreich – aller Österreicher und aller Menschen, die in diesem herrlichen Land HEIMAT finden wollen.

Forum Österreich – der Neubeginn

Während in allen anderen Parteien Strategien diskutiert wurden, wie man weiterhin das parallele Universum zwischen Machterhalt und Realpolitik verlängern kann, zog sich Sebstian Kurz zurück. Er fand im Gebet die Lösung. Das war damals wie heute nicht populär und doch hoch wirksam. Stille, Wesentliches, Ruhe, Erkenntnis.
Ein neu gedachtes Österreich sollte es sein – keine Parteien mehr, sondern die Anliegen der Bevölkerung des Landes sollten in Erfüllung gehen.

Und Sebastian beschloss, die besten Köpfe des Landes und die Mächtigen seiner Partei einzuladen zu einem echten Neubeginn.

Der Zehent – die überzeugende Lösung

Wie Staaten funktionieren, das ist aus der Geschichte am besten ablesbar: Mit hoher Eigenverantwortung und geringen Steuern. Am besten mit den biblischen zehn Prozent vom Einkommen und von allen anderen Vermögenstransaktionen. Das sollen die einzigen Abgaben sein. Das war die erste grosse Reformation im neuen Österreich:
Die Infrastruktur des Landes soll perfekt sein. Die Bildung, die Sicherheit, der Transport, die natürlichen Ressourcen wie Luft und Wasser. Auch die Vollbeschäftigung von Menschen, die arbeitsfähig und arbeitswillig sind.
Den Rest sollen Unternehmer besser und billiger lösen. Radikal – an die Wurzeln gehend – neu gedacht. Österreich – das Land mit der Flat-Tax von zehn Prozent. Es wurde möglich.

Die Vision – lange voraus gedacht

Österreich als das Land mit der höchsten Innovationsquote der Welt.
Die meisten best ausgebildeten Menschen – vor allem in den Disziplinen, die heute zählen:
Emotionale und soziale Kompetenz: Das Wissen darüber, wie Menschen mit Menschen umgehen.
Und nicht nur das Wissen, sonder auch die Erfahrung, die reich bedankte einer langen Tradition:
Freud, Adler, Jung, Frankl, Lorenz…

Die Konsequenz – ein neues Land

Sebastian Kurz setzte auf Bescheidenheit und auf den rechten Moment.
Damals im Mai 2017 lud er alle Menschen des Landes ein, einfach zu sagen, was ihnen wichtig ist, wovon sie beseelt sind, was sie wirklich wollen.

Nicht sein Charisma, nicht seine Genialität, kein Populismus und schon gar nicht Coaches und Berater sondern alleine seine Dankbarkeit und Klarheit haben ihn zum längsten amtierenden Kanzler Österreichs gemacht.

Dieses Österreich blüht seit 20 Jahren und ist Vorbild für viele Staaten dieser Welt.

 

 

 

 

 

Würdigung der Unternehmer-Ethik

Genau heute vor 20 Jahren habe ich im altehrwürdigen Österreichischen Gewerbeverein einen Vortrag über „Kunden- und Mitarbeiter-Loyalität versus Bindung“ gehalten. Dir. Ludwig Neumann war damals als Personalchef der Bank Austria dabei. Er war auch heute wieder dabei. Als loyaler treuer Pensionist. Riesen Freude!

Heute durfte ich ebendort einen Abend hosten, bei dem die „Unternehmer-Ethik“ im Mittelpunkt stand. Die Referenten waren genial. Ebenso  das Publikum.

Hier einige Ergebnisse und Stimmungsbilder.

Es wird immer klarer, dass Handschlagqualität und Ehrlichkeit die Qualitäten sind, die Unternehmer von Managern unterscheiden.

Soziale Kompetent zählt zunehmend!

Wertschöpfung durch Wertschätzung funktioniert

Wertebaum

Bodo Janssen macht es mit seinen 650 MitarbeiterInnen vor. Ich habe Bodo im Herbst 2015 in Wien persönlich kennen- und schätzen gelernt.

Eine Mitarbeiterbefragung, die katastrophal ausfiel, war der Anlass für ihn, über sich selbst, seine Visionen und seinen Führungsstil nachzudenken. Im Kloster lernte er, wie Wertschätzung gelebt werden kann.

Seit 1976 ist Upstalsboom auch ein friesisches Unternehmen, welches aktuell mit 650 Upstalsboomern ca. 350.000 Gäste pro Jahr in seinen 65 Hotels und Ferienwohnungsanlagen an der Nord- und Ostsee, sowie in Berlin, begrüßt.

Dieser Kurzfilm (10:53) wurde spontan 2015 gedreht. Er zeigt sonnenklar, wie Veränderung gelingt. Bis zum Schluss jede Sekunde wert. Und einen Trailer zum neuen Film, der im Sommer 2016 fertig wird, gibt’s gleich darunter:
„Die stille Revolution.“

Die ganze Geschichte in Zahlen, Daten und Fakten findest Du hier.

In den Göttweiger Dialogen erleben wir Inspiration durch meinen Freund, Pater Johannes Paul, OSB seit 2009 ganz ähnlich. Vor den Toren Wiens.